Ein Umzug ist für jeden Menschen eine Herausforderung – für Menschen mit Pflegebedarf und deren Angehörige jedoch eine besonders komplexe Aufgabe. Die Situation erfordert nicht nur viel logistisches Geschick und gute Organisation, sondern auch Kenntnisse über finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten und rechtliche Rahmenbedingungen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, worauf Sie bei einem Umzug mit Pflegegrad in der Schweiz achten sollten.
Inhaltsverzeichnis
- Warum ein Umzug nötig sein kann
- Sorgen Sie mit gründlicher Planung für Sicherheit
- Pflegestufen in der Schweiz
- Auswirkungen auf die Wohnform
- Leistungen der Pflegekasse und Kostenübernahme
- Rechte und Pflichten beim Einzug in eine Pflegeeinrichtung
- Planung und Umsetzung – Umzug mit Pflegegrad
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Umzug mit Pflegegrad kann finanziell unterstützt werden – z. B. durch die Pflegekasse oder das Sozialamt.
- Barrierefreiheit, Nähe zu Angehörigen oder ein Wechsel in eine Pflegeeinrichtung zählen zu den häufigsten Gründen für einen Umzug.
- Eine sorgfältige Planung erleichtert den Ablauf: Wohnungsanpassung, Umzugsunternehmen, Ummeldungen & Unterlagen.
- Bei Umzügen in Pflegeeinrichtungen gelten besondere Regelungen zu Kosten, Kündigung und Leistungen.
- Pflegestützpunkte und Beratungsstellen helfen bei Förderanträgen und individuellen Fragen.
Warum ein Umzug nötig sein kann
Pflegebedürftige Menschen stellen spezielle Anforderungen an ihre Wohnsituation. Oft ist ein Umzug notwendig, weil die bisherige Wohnung nicht mehr den Bedürfnissen entspricht – sei es wegen Treppen, fehlender Barrierefreiheit oder zu grosser Distanz zu Pflegeeinrichtungen oder Angehörigen. Ein Umzug mit Pflegegrad bedeutet daher nicht nur logistische, sondern auch emotionale, rechtliche und finanzielle Herausforderungen.
Wichtig ist, dass der Umzug die Selbstständigkeit und Lebensqualität der betroffenen Person verbessert. Dazu gehören:
- Barrierefreie Wohnverhältnisse
- Nähe zu Pflegeangeboten oder Angehörigen
- Klärung der Kostenübernahme durch Pflegekasse oder Sozialamt
- Rechtzeitige Planung und Einbindung aller Beteiligten
Sorgen Sie mit gründlicher Planung für Sicherheit
Je eher Sie mit der Planung und Organisation starten, desto besser ist es für alle Beteiligten. Pflegebedürftige Personen sind meistens auf bestimmte Routinen eingestimmt und angewiesen. Wenn diese abrupt geändert werden, sorgt dies nicht nur für Verwirrung, sondern kann auch belastend für die Gesundheit sein. Deshalb ist eine gut strukturierte Planung sehr wichtig.
Tauschen Sie sich frühzeitig mit allen Beteiligten aus. Dazu gehören sämtliche Angehörigen, vorgesehene Pflegekräfte, Ärzte und ambulante Dienste. Legen Sie den Zeitrahmen und die Aufgabenverteilung gemeinsam fest. Zu den Aufgaben zählen unter anderem die Übergabe der alten Wohnung, das Ein- und Auspacken sowie der Transport des Hausrats inklusive Entsorgung nicht mehr benötigter Gegenstände. Bei der Zeitplanung sollten jedoch auch eventuelle Ruhezeiten für die pflegebedürftige Person berücksichtigt werden.
Wichtig ist auch die Einbindung der betroffenen Person, selbst wenn deren kognitive Fähigkeiten vielleicht eingeschränkt sind. Dadurch fördern Sie ihr Vertrauen und vermindern Ängste und Ungewissheiten. Nutzen Sie in diesem Zusammenhang kostenlose Pflegeberatungen, die von zahlreichen Krankenkassen angeboten werden. Sie können dabei helfen, unterschiedliche Bedürfnisse zu erfassen oder auch geeignete Dienste vermitteln.
Pflegestufen in der Schweiz
Pflegebedürftige Menschen werden in der Schweiz durch eine speziell geschulte Fachkraft einer der zwölf Pflegestufen zugewiesen. Diese geben Auskunft über den täglichen Pflegebedarf einer Person und sind massgeblich für die Kostenbeteiligung der Pflegekasse oder der Krankenversicherung. Die Einstufung orientiert sich am zeitlichen Pflegeaufwand pro Tag:
- Pflegestufe 1-4: bis zu 90 Minuten Pflegebedarf pro Tag (Unterstützung: Beratung, Hilfsmittel, Entlastungsbetrag)
- Pflegestufe 5-8: 90-180 Minuten Pflegebedarf pro Tag (Unterstützung: Geld- und Sachleistungen, Zuschüsse für barrierefreien Umbau möglich)
- Pflegestufe 9-12: mehr als 180 Minuten Pflegebedarf pro Tag (Unterstützung: hohe Kostenbeteiligung, stationäre Pflege möglich)
Je höher die Pflegestufe, desto grösser sind die finanziellen Beiträge der Versicherung – aber auch die Eigenbeteiligung der Betroffenen oder ihrer Angehörigen. Besonders in den Kantonen Zürich und Aargau gelten spezifische Regelungen zur Selbstbeteiligung und zu Fördermitteln für barrierefreies Wohnen.
Weitere Infos
Auswirkungen auf die Wohnform
Wer über einen Pflegegrad verfügt, muss besondere Überlegungen in die Wahl und Ausstattung der neuen Wohnung oder des Heims einfliessen lassen. Barrierefreiheit wird oft unverzichtbar, um Beweglichkeit und Sicherheit zu gewährleisten. Zudem ist die Nähe zu Angehörigen oder zu Pflegeeinrichtungen ein entscheidender Faktor für die Lebensqualität. Viele Menschen entscheiden sich daher für eine Wohnung mit rollstuhlgerechtem Zugang oder für spezielle Seniorenwohnungen.
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Leistungen der Pflegekasse und Kostenübernahme
In der Schweiz übernehmen die Pflegekassen unter bestimmten Voraussetzungen einen Teil der Umzugskosten, insbesondere wenn der Umzug aufgrund der Pflegebedürftigkeit notwendig ist. Auch das Sozialamt kann bei begrenztem Einkommen unterstützen. Es ist ratsam, frühzeitig eine offizielle Kostenübernahme und die Fördermöglichkeiten abzuklären. Dazu gehört auch das Einreichen von Anträgen und das Bereitstellen medizinischer Nachweise.
Rechte und Pflichten beim Einzug in eine Pflegeeinrichtung
Der Umzug in eine Pflegeeinrichtung bringt neben organisatorischen auch rechtliche Verpflichtungen mit sich. Die Bewohner haben Anspruch auf eine würdevolle Betreuung und Mitgestaltung ihres Alltags. Gleichzeitig sind gewisse Regeln und Hygienestandards zu beachten. Eine gute Zusammenarbeit mit dem Pflegepersonal ist für einen erfolgreichen Einzug und ein angenehmes Wohngefühl entscheidend.
Weitere Infos: pflegewegweiser.ch
Planung und Umsetzung – Umzug mit Pflegegrad
Ein Umzug mit Pflegegrad erfordert neben der Klärung von Kosten und Formalitäten vor allem eine sorgfältige Planung der eigentlichen Durchführung. Hierbei ist die Auswahl eines erfahrenen Umzugsunternehmens essenziell. Die UmzugsHaus und Reinigungen GmbH ist spezialisiert auf Umzüge mit besonderen Anforderungen, darunter Senioren- und Pflegeumzüge in Zürich und Aargau.
Das erfahrene Team vom UmzugsHaus berät Sie individuell, erkennt spezielle Bedürfnisse und sorgt für einen sicheren sowie respektvollen Umgang mit persönlichen Gegenständen und medizinischem Equipment. Die Planung umfasst nach Wunsch auch den Ein- und Auspackservice, die Demontage sowie den fachgerechten Aufbau der Möbel im neuen Zuhause.